Der 9. November - Tag des Gedenkens und der Mahnung
Der 9. November ist ein Tag des Erinnerns, ein Tag des stillen Gedenkens und zugleich eine eindringliche Mahnung an die Menschlichkeit. Auch in diesem Jahr halten die Gemeinde Heikendorf und das Amt Schrevenborn an diesem besonderen Tag am Gedenkstein auf dem Heikendorfer Friedhof sichtbar inne.
Jedes Jahr, wenn sich der 9. November jährt, rufen die Bilder der Reichspogromnacht von 1938 in Deutschland die dunkelste Stunde der deutschen Geschichte in unser Gedächtnis zurück. In dieser Nacht wurden Synagogen niedergebrannt, Geschäfte jüdischer Mitbürger verwüstet, Tausende unschuldiger Menschen verhaftet, misshandelt und getötet.
„Die Erinnerung lebt nicht nur in den Vergangenheitsmomenten, sondern führt uns vor Augen, dass Hass und Intoleranz niemals einen staatlich legitimierten Platz in unserer Gesellschaft haben dürfen“, so Bürgermeister Tade Peetz. „Am 9. November gilt es, Scham und Trauer über die Opfer und gleichzeitig Respekt und Wertschätzung für die Wegbereiter unserer Demokratie zu zeigen.“
„Wenn wir heute zurückblicken, sehen wir, wie gefährlich Gleichgültigkeit, Schweigen und das Behaupten von Unwahrheiten zur Destabilisierung der Menschlichkeit sein können“, so Amtsvorsteherin Ina Schultheiß. „Die Opfer von damals fordern uns heute auf hinzusehen, wenn Menschen aufgrund ihrer Religion, ihrer Herkunft, ihres Glaubens oder ihrer Identität verfolgt werden. Wenn Gräueltaten von Terrorgruppen geleugnet werden, Menschenrechte in Kriegsgebieten mit Füßen getreten werden, ethnische Minderheiten unterdrückt oder politische Gegner verfolgt werden – auch heute gibt es zahllose Beispiele für grausame Verbrechen gegen die Menschlichkeit.“
Dieser Tag sei eine Gelegenheit, über Mitmenschlichkeit nachzudenken und uns daran zu erinnern, dass jeder von uns eine Verantwortung trägt, die Wahrheit vor die Meinung zu stellen und dem Hass entgegenzutreten.
„Der 9. November erinnert uns daran, dass der Weg zu einer besseren Welt oft mit einem einzigen Schritt beginnt – dem Schritt, im Alltag mehr Verständnis, Respekt und Mitgefühl füreinander zu zeigen“, so Amtsdirektorin Juliane Bohrer. „Die in unserem Grundgesetz manifestierten Werte wie Freiheit, Gleichberechtigung oder körperliche Unversehrtheit und allen voran die Achtung der Menschenwürde sind eine Errungenschaft, die nicht nur eine zentrale Richtschnur für Politik, Rechtsprechung und staatliches Handeln bilden, sondern die es in unserem täglichen Miteinander zu bewahren und zu leben gilt.“
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