Erlebniswald Stangenberg
Die Gemeinde Mönkeberg hat sich im Jahr 2024 auf den Weg gemacht, den Wald Stangenberg weiterzuentwickeln. Da es sich um ein gemeindlich geschütztes Gebiet handelt, wurden hohe Maßstäbe hinsichtlich der Umweltverträglichkeit angesetzt. Das Vorhaben zielt im Wesentlichen auf das Erleben von Natur. Interaktive Elemente und spannende Informationstafeln schaffen einen Erlebniswald für Jung und Alt.
Informationstafeln – Erlebniswald Stangenberg
Die Baken
Im Jahre 1886 wurden in Mönkeberg eine Zentralbake und insgesamt 18 Richtungsbaken aus Holz aufgebaut. Aufgrund ihrer Größe sind diese in ihrer Darstellung einmalig gewesen.1
Doch wofür sind die Baken eigentlich notwendig gewesen?
Bei den Baken handelt es sich um fest in Ufernähe stehende Seezeichen. Sie haben dafür Sorge getragen, die Ungenauigkeit von Magnetkompassen auf Schiffen zu kompensieren, d. h. auszugleichen.²
Durch die Jahre später gewonnene Satellitennavigation war das Vorhandensein von Baken nicht mehr notwendig. Heutzutage werden Baken hauptsächlich von den Schiffen als Orientierungshilfe genutzt.
Veränderungen der Bake im Laufe der Zeit
- 1886 Errichtung der Holzbaken in Mönkeberg
- 1937/1938 Erneuerung der Bake auf dem Stangenberg aus Eisen
- 1983 Bake gilt als Wahrzeichen der Gemeinde und wird in das Wappen aufgenommen
- 1988 Abbau der Richtungsbaken³
Wussten Sie schon..?
..., dass an der Bake Nistkästen für Turmfalken angebracht sind?
..., dass die Falken ca. Anfang März für das Brüten der Jungen hierher zurückkommen?4
..., dass ein Turmfalkenpaar meistens für immer zusammenbleibt?5
…für Kinder erklärt…
Baken
Der große graue Turm vor Dir hat Schiffen auf dem Meer gezeigt, wo sie sich befinden und geholfen, den Kompass einzustellen.
Turmfalken
Im Frühling kommen Turmfalken in den Erlebniswald und ziehen ihre Babyfalken auf. Die Eltern bleiben für immer zusammen.
Quellen:
[1] Nachrichten für Seefahrer, Herausgegeben von dem Hydrographischen Amte der Admiralität 1886, NfS No.940 v. 08.05.1886.
Link: Nachrichten für Seefahrer: NFS ; amtliche Veröffentlichung für die ... - Google Books (05.06.24).
[2] Mönkeberg in bewegter Zeit, Chronik von Hans Schröner, 2. Auflage 2011, S. 137 -138
[3] http://baken-net.de/moenkeberg.htm (05.06.24)
[4] https://www.umweltberatung.at/turmfalken#:~:text=Anfang%20bis%20Mitte%20März%20kehren,in%20Nestplatznähe. (05.06.24).
[5] https://baden-wuerttemberg.nabu.de/tiere-und-pflanzen/voegel/arten/greifvoegel/21125.html (31.07.24)
Fledermäuse
Fledermäuse leben schon seit vielen Jahrhunderten bei uns. Weltweit existieren über 1.400 verschiedene Fledermausarten. Während der Winterzeit halten sie in engen Spaltenquartieren Winterschlaf. Ab dem Frühjahr bis in den Herbst hinein kommen die Tiere aus ihren Quartieren und machen sich spät abends und nachts auf die Jagd nach Beute.
Als Hauptnahrungsquelle werden Insekten wie z. B. Mücken und Fliegen von den Fledermäusen verzehrt.
Das Besondere bei Fledermäusen ist, dass sie sich bei der Jagd auf ihren Gehörsinn durch eine Ultraschall-Echoortung verlassen können. Dabei werden entweder durch den Mund oder die Nase Ultraschallaute ausgestoßen und das zurückkommende Echo gibt der Fledermaus die Information darüber, wie groß die Beute ist, wie die Distanz zu ihr aussieht und in welche Richtung sie fliegen muss.1
Folgende Fledermäuse wurden unter anderem auf dem Stangenberg bereits gesichtet:
Die Wasserfledermaus hält sich in der Nähe von stehenden oder langsam fließenden Gewässern auf. Ihre Körperoberseite ist mittel- bis dunkelbraun, während die Unterseite grauweißlich und schwach gelbbräunlich gefärbt ist.³
Die Braune Langohrfledermaus ist in lockeren Laub- und Nadelwäldern sowie in Parks- und Gartenanlagen zu finden. Den Namen verdankt sie ihren Ohren, die fast so groß sind wie sie selbst. Die Körperoberseite ist graubraun, während die Unterseite hellgrau erscheint.²
Die Zwergfledermaus findet man in der Nähe von Park- oder Waldanlagen als auch entlang von Straßen. Ihre Oberseite ist rot-, fahl- bis tiefbraun, während die Unterseite etwas heller erscheint.4
…für Kinder erklärt…
Eine Fledermaus kommt erst aus ihrem Versteck, wenn es dunkel wird. Obwohl sie im Dunkeln nicht viel sehen kann, fliegt sie schnell durch die Luft.
Die Fledermaus nutzt ihr Gehör, um den richtigen Weg zu finden. Dabei macht sie Geräusche, die aus der Umgebung an sie zurückkommen. Das nennt man Echo.
Die Fledermaus kann natürlich viel besser hören als der Mensch. Dadurch hört sie Geräusche, die du nicht hören kannst.
Quellen:
[1] https://www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/saeugetiere/fledermaeuse/wissen/index.html (31.07.2024)
[2] https://schleswig-holstein.nabu.de/tiere-und-pflanzen/saeugetiere/fledermaeuse/arten-und-biologie/03061.html (04.09.2024)
[3] https://schleswig-holstein.nabu.de/tiere-und-pflanzen/saeugetiere/fledermaeuse/arten-und-biologie/03097.html (31.07.2024)
[4] https://schleswig-holstein.nabu.de/tiere-und-pflanzen/saeugetiere/fledermaeuse/arten-und-biologie/03069.html (31.07.2024)
Allee als Lebensraum
Was ist eigentlich eine Allee?
Bei einer Allee handelt es sich um eine Straße oder auch um einen Weg, der auf beiden Seiten von Bäumen umgeben ist.1
Welche Funktionen erfüllen Alleen eigentlich?
1) Wegweiser und Unterstützung für Reisende
Alleen haben in den vergangenen Jahrhunderten Dörfer und auch Städte miteinander verbunden. Durch die dicht bepflanzten Bäume wird im Sommer genügend Schatten erzeugt, während sie im Herbst und Frühjahr vor Wind und Regen schützen.
In den vergangenen Jahrhundert boten Alleen viele wertvolle Rohstoffe wie Obst, Holz, Harz usw.²
2) Naturschutz
Die von Fahrzeugen versursachten Abgase können durch die Bäume in den Alleen gefiltert und neuer Sauerstoff produziert werden.²
Alleen bieten vielen unterschiedlichen Tierarten einen ausreichenden Schutz und verhelfen ihnen auch bei der Nahrungssuche. Für die Fledermäuse dient eine Allee als Orientierungshilfe auf dem Weg in ihr Jagdrevier. Aber auch kleine Käferarten können sich hinter den Baumrinden verstecken. Für baum- oder höhlenbrütende Vögel sind Alleen ein sehr guter Standort.1
Übrigens wurden im 19. Jahrhundert Alleen als Symbol von Macht und Reichtum an Wegen zu Schlössern und Parkanlagen angepflanzt.²
… für Kinder erklärt…
Wenn auf beiden Seiten eines Weges oder einer Straße Bäume in einer Reihe stehen, nennt man das Allee. Der Weg vor dir ist eine Allee.
Eine Allee ist sehr nützlich. Im Sommer ist sie schattig und kühl. Im Herbst und im Winter schützt sie vor Wind, Regen und Schnee.
Auch für Tiere ist eine Allee nützlich. Die Bäume werden von Käfern und Vögeln bewohnt. Viele Tiere finden hier Früchte oder Blätter, die sie essen können.
Quellen:
[1]https://alleen.naturschutzinformationen.nrw.de/alleen/de/einleitung/wertvoll (24.07.2024)
[2]https://www.baumpflegeportal.de/baumpflege/alleen-geschichte-nutzen-pflege/ (24.07.2024)
Leben im Totholz
Was ist eigentlich Totholz?
Unter Totholz versteht man abgestorbene oder nur noch kleine, von Bäumen übrig gebliebene Teile. Hierbei wird zwischen liegendem und stehendem Totholz unterschieden. Baumstümpfe wie der vor Ihnen zählen zu dem stehendem Totholz.
Wie wird Totholz als Lebensraum genutzt?
Das Totholz zählt mit zu den wichtigsten Bestandteilen unseres Ökosystems Wald. Unterschiedliche Tiere, Pflanzen und viele weitere Organismen beheimaten sich in den vorhandenen Flächen des Totholzes.
Der Hirschkäfer zum Beispiel legt seine Eier unter alten Rinden ab. Die geschlüpften Larven bleiben noch mehrere Jahre dort und ernähren sich von anderen dort lebenden Insektenlarven.
Aber auch Waldbienen nutzen das Totholz zur Ablage ihrer Eier, während Wespen die Flächen im Totholz als Winterquartier beanspruchen.
Übrigens kann die Baumscheibe einem verraten, wie alt ein Baum geworden ist. Ein Jahr wird durch einen hellen und einen dunklen Ring dargestellt.
… für Kinder erklärt…
Wenn ein Baum ganz alt oder krank ist, dann wird er gefällt. Damit der Baum auch weiterhin der Natur helfen kann, bleibt der übrige Baumstumpf im Wald stehen.
Viele Tiere wie zum Beispiel Bienen und Käfer bauen sich im Baumstumpf kleine Höhlen, um dort über den Winter zu schlafen oder auch um kleine Babykäfer zu bekommen.
Quellen:
[1] https://naturdetektive.bfn.de/lexikon/zum-lesen/pflanzen/lebendiges-totholz.html (31.07.2024)
[2] https://www.friedrich-verlag.de/friedrich-plus/sekundarstufe/biologie/zoologie/tiere-in-baumstuempfen/ (31.07.2024)
[3] https://www.bund-sh.de/waelder/alte-baeume-und-totholz/ (31.07.2024)
Invasive Arten
Wofür steht eigentlich der Begriff “Invasive Arten”?
Durch den weltweiten Handel der Länder werden u. a. viele Tiere und Pflanzen (-samen) entweder bewusst oder als “blinde Passagiere” mit in unser Land eingeführt. In einigen Fällen kommt es dazu, dass sich die Pflanzen etablieren, vermehren und Einfluss auf unsere bestehenden Ökosysteme/ Biotope/ Arten nehmen. Dieser Einfluss kann sich dahingehend auswirken, dass beispielsweise beheimatete Pflanzen verdrängt werden. In diesem Fall spricht man dann von einer “Invasion” bzw. von “Invasiven Arten”.1
Welche Schäden können invasive Arten mit sich bringen?
Entwicklung neuer Schädlinge
Krankheitsverbreitung durch neue Insekten
Mehr Allergien durch neue Blütenpflanzen³
Übrigens...
Durch die Römer wurden unter anderem folgende/s Obst/Pflanzen bei uns etabliert:
Birnen
Kulturäpfel
Pflaumen
Weizen
Gerste
Kamille4
Die Platane direkt vor Ihnen ist ebenfalls nicht direkt beheimatet und wurde durch Menschen angepflanzt.
…für Kinder erklärt…
Wächst eine Pflanze an einem Ort, wo sie eigentlich nicht zuhause ist, nennen wir sie invasive Art.
Wenn sich die neue Pflanze wohlfühlt, wächst sie schnell und nimmt den anderen Pflanzen das Licht und den Platz zum Wachsen.
Den anderen Pflanzen gefällt das gar nicht. Sie ziehen sich zurück.
Siehst du diesen riesigen Baum vor dir? Auch er ist hier eigentlich nicht zuhause.
Quellen:
[1] https://www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/artenschutz/invasive-arten/neobiota.html 25.07.2024
[2] https://neobiota.bfn.de/grundlagen/neobiota-und-invasive-arten.html 25.07.2024
[3] https://neobiota.bfn.de/grundlagen/auswirkungen-gefahren-und-bedeutung.html
31.07.2024
[4] https://www.prowildlife.de/aktuelles/hintergrund/invasive-arten-in-deutschland/ 31.07.2024
Das Baumtelefon
Der Stamm eines Baumes leitet nicht nur Wasser von der Wurzel in die Krone sondern auch Schall weiter.
Die Hohlräume innerhalb des Stammes sorgen dafür, dass Geräusche übertragen werden, die deshalb auch am anderen Ende des Stammes zu hören sind.
Wenn also ein Fressfeind wie der Marder auf der Suche nach Nahrung auf den Baumstamm klettert, werden die Kratzgeräusche der Krallen über die Hohlräume im Stamm bis in die Wipfel weitergeleitet. Eichhörnchen, Vögel und Co. werden so rechtzeitig gewarnt und können flüchten.
Probiert es selbst einmal aus:
Eine Person stellt sich an ein Ende des Baumstammes, die andere Person an die gegenüberliegende Seite.
Einer von euch klopft oder kratzt entweder mit einem Stock oder mit der Hand am Baumstamm, die andere Person legt ihr Ohr ans Holz und horcht.
Was könnt Ihr hören?