Stilles Gedenken auf dem Heikendorfer Friedhof am 27. Januar
Der Holocaust-Gedenktag am 27. Januar ist ein Tag des Innehaltens und des Erinnerns – auch für die Gemeinde Heikendorf und das Amt Schrevenborn. Er mahnt uns, die Opfer des Nationalsozialismus nicht zu vergessen.
Ihr Leid, ihre Namen und ihre Geschichten verpflichten uns zu Wachsamkeit, Mitgefühl und Verantwortung. Dieses Gedenken ist nicht fern oder abstrakt. Es betrifft auch uns hier in Heikendorf. Auch in unserer Gemeinde lebten jüdische Mitbürgerinnen und Mitbürger, die ausgegrenzt, verfolgt, entrechtet und in den Tod getrieben wurden. Das nationalsozialistische Unrecht hatte ein Gesicht, eine Adresse, eine Nachbarschaft.
Erinnerung an Hedwig Lunczer
Ein Stolperstein in Heikendorf
Ein Name steht stellvertretend für dieses Leid: Hedwig Lunczer. Ihr Schicksal macht deutlich, wie aus Angst, Verfolgung und Ausweglosigkeit Verzweiflung wurde. Am 17. Juli 1942 wählte sie den Freitod – eine „Flucht in den Tod“, wie es auf der kleinen Messingtafel heißt, die als Stolperstein in der Schützenstraße im Februar 2024 verlegt wurde. Dieser Stolperstein zwingt uns, im Alltag innezuhalten. „Er erinnert daran, dass hinter jedem Namen ein Mensch stand, mit Hoffnungen, Beziehungen und einem Leben, das gewaltsam zerstört wurde", so Bürgermeister Tade Peetz.
Auch Amtsdirektorin Juliane Bohrer betont, wie wichtig es ist, das Erinnern lebendig zu halten. „Erinnerung ist kein Blick zurück ohne Konsequenzen. Sie ist eine Aufgabe für die Gegenwart und die Zukunft.“
Amtsvorsteherin Ina Schultheiß ergänzt: "Erinnern heißt Verantwortung übernehmen. Antisemitismus und Ausgrenzung dürfen in unserer Gesellschaft keinen Platz haben – nicht gestern, nicht heute, und auch nicht morgen.“
An der Gedenkstätte für die Opfer des Nationalsozialismus auf dem Heikendorfer Friedhof werden am morgigen Holocaust-Gedenktag Gestecke und Blumen vom Amt Schrevenborn und der Gemeinde Heikendorf niedergelegt. Sie sind ein stilles Zeichen des Respekts und der Trauer – und zugleich ein Versprechen, dass wir die Würde der Opfer achten, dass wir Ausgrenzung und Hass entgegentreten und dass wir Verantwortung übernehmen für ein friedliches, menschliches Miteinander.
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